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Franz Meier / der Lebenslauf eines Verdingbuben

 Buchung geschlossen
 
25
Kategorie
Verschiedenes
Datum
2018-10-18 20:30
Anzahl Plätze
42
Verfügbare Plätze
17

Franz Meier / der wahre Lebenslauf eines Verdingbuben

Szenische Lesung

 

Donnerstag, 18. Oktober 2018   /   20.30 Uhr, Gleis 5

Eintritt CHF 30 / 25 

 

Franz Meier hat seine beeindruckende Autobiographie „Der wahre Lebenslauf eines Verding-Buben“ erst im hohem Alter (mit 83) aufgeschrieben und selber verlegt. Ein heftiger innerer Monolog – vermutlich um sich von den ihn bedrängenden Erinnerungen seiner traurigen Jugendzeit zu befreien. Ein sowohl biographisch spannendes wie auch sozial und politisch brisantes Werk. Umgesetzt als szenische Lesung, welche die Verdingproblematik ganz aus dem persönlichen Erlebnis entwickelt und die je besonderen Ebenen der Beteiligten (Wort/Spiel/Musik/Bild) künstlerisch zusammenführt.

Louis Naef(Dramaturgie / Regie), Otto Huber(Lesung / Spiel),Hans Hassler(Musik / Akkordeon), Monika Müller(Bild / Projektion), Barbara Jäggi (szenische Objekte), Mariana Coviella(künstlerische Begleitung)

 

Franz Meier Biographie

Ein Verdingbub war ein minderwertiger Mensch, der entweder keine Eltern mehr hat, oder die Eltern sind geschieden. Er ist wahllos auf Gutwill ausgesetzt, man kann mit ihm machen was man will. Er hat niemanden der ihn unterstützt oder ihn anhört dem er sein Leid klagen kann. (Anfang von Franz Meiers Autobiographie, von ihm selber verlegt, Luzern 2000)

Geburt am 24.9.1917 im Kantonsspital Luzern. Sohn des Meier Johann, vom Oberhus, Willisau-Land und Marie, geborene Johann (geschieden). Im Spital abgeholt und zum kinderlosen Ehepaar Kuppert-Heller an die Mühlegasse in Willisau-Stadt gebracht. Im Alter von

10 Jahren auf einen Bauernhof auf Schülen verdingt. Nach der Schule arbeitete Franz bei verschiedenen Bauern als Knecht – in Willisau, Grosswangen und Ettiswil. Hilfs- arbeiter bei der Möbelfabrik Willisau, später Arbeit als Gipser. Weitere Stellen in Bodio (TI) und Winterthur. Heirat mit Hedwig Limacher vom Schwanderhölzli in Ebnet/Entle- buch. Nachher Wohnsitz in Luzern, dann in Reussbühl. Magazinchef in Luzern während 30 Jahren. Familie mit vier Töchtern und zwei Pflegekindern. Seine Frau starb 1997. Todestag von Franz Meier am 13.2.2005.

 

Ein Sozialgemälde aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen

Franz Meier hat seine beeindruckende Autobiographie Der wahre Lebenslauf eines Verding-Buben erst im hohem Alter (mit 83), wenige Jahre nach dem Tod seiner Frau und ohne Rücksicht auf zu erwartende äussere Widerstände aufgeschrieben und selber verlegt. Von daher der sprechende und authentische, sehr persönliche Duktus seiner Erinnerungen: etwas wie ein heftiger innerer Monolog – vermutlich, um sich von den ihn bedrängenden Erinnerungen seiner traurigen Jugendzeit zu befreien. Seine Biographie ist zugleich ein exemplarisches Zeugnis aus der Zeit zwischen den beiden letzten Weltkriegen und weist über das rein Lokale (Luzerner Hinterland und Entlebuch) hinaus auf ein heute noch nicht abgeschlossenes, problematisches Kapitel der Schweizerischen Sozialgeschichte. Dazu kommt eine präzise Schilderung einer auch aktuell nach wie vor vorhandenen Land-Stadt-Problematik. Dabei vermeidet der Autor jede einseitige Schwarzweiss-Malerei.

Als alter Mann erzählt er aus der Erinnerung genauso von seinen negativen Erlebnissen wie auch von positiver Unterstützung, die er nicht nur unter den Bauern, sondern auch von Kirche und Gesellschaft erfährt – wichtig war ihm u.a. das Vereinsleben und die traditionelle Volkskultur. Auffallend war dabei sein «nicht zu zerstörendes Selbstvertrauen» als Verdingbub und auch als Erwachsener, so hat der kürzlich verstorbene Kulturkritiker Joseph Bättig nach der Lektüre des Büchleins geschrieben, «denn er war zwar eine vom Schicksal gezeichnete Person, aber er steht dazu, ohne in den gefährlichen Abgrund eines möglichen, sehr wohl verstehbaren Selbstmitleids zu fallen».

 

Eine szenische Lesung

Im Verlauf der Recherche und dem Versuch, für dieses sowohl bio- graphisch spannende wie auch sozial und politisch brisante Werk die entsprechenden Grundlagen zu schaffen, hat sich die Projektgruppe auf eine dem Theater nahe Form verständigt. Eine szenische Lesung, welche die Verdingproblematik ganz aus dem persönlichen Erlebnis entwickelt und die je besonderen Ebenen der Beteiligten (Wort/Spiel/Musik/Bild) künstlerisch zusammenführt:

- das durch das Buch vorgegebene (Vor-)Lesen, das durch den Schauspieler Otto Huber immer auch zur szenischen und emotional bedingten körperli- chen Darstellungskunst mutiert;

- die Musik, durch die Hans Hassler mit seinem Akkordeon nicht nur Stimmungen und Lieder (zusammen mit «s’Meiers Meitschi») interpretiert, sondern dabei auch die «innere Stimme» des erzählenden Verdingbuben zum Vorschein bringt;

- die Skizzen, Zeichnungen und projizierten Bilder, die von der bildenden Künstlerin Monika Müller im Verlauf des Probenprozesses gestaltet und in eine Art Topographie dokumentari- scher wie historischer Hintergründe ins Heute übertragen wurden.

Der Erzählraum ist aber nicht irgendeine Bühne, sondern immer wieder ein anderer Ort, zu dem es uns hinzieht, weil er historische und assoziative Verbindungen zur Geschichte des Verdingbuben und dem heutigen Publikum räumlich zu verstärken sucht. Das Gasthaus einer seiner Töchter, «Die Kneipe» im Bruchquartier Luzern, oder ein früheres Knechte-Asyl in Hermolingen. Oder das Armenasyl im heutigen Agrarmuseum Burgrain. Und sogar das Literaturhaus der Zentralschweiz, weil wir finden, dass dieses kleine Büch- lein des Verdingbuben Franz Meier zwar einen dokumentarisch-historischen Wert hat, aber auch authentische Literatur ist. Denn Franz Meier als Erzähler schreit auch mal seine Wut in die Welt hinaus, aber er findet immer auch wieder leisere, ja poetische Töne. Oder er stimmt ein altes Volkslied an. Die aktuelle Topographie der Unbehausten von heute vermischt sich so mit den historischen Themen von Fremdplatzierung, Gewalterfahrung, Stigmatisierung, Flucht und Traumatisierung.

  

VERDINGBUB: DIE MITWIRKENEN

Louis Naef, Dramaturg und Regisseur 1943 geb. und aufgewachsen in Willisau, hier geprägt vom Volkstheater und der ländlichen Kultur. Studium der Theaterwissenschaft in Köln. Dramaturg u.a. Basler Theater, Suhrkamp Verlag, Dozent Schauspiel-Akademie Zürich und Hochschule der Künste Berlin (Regie, Improvisation und Theaterpädagogik). Seit den 70er Jahren wurde Louis Naef bekannt für seine Volkstheater-Inszenierungen mit Laien und Profis. Gilt als Erfinder seiner besonderen, aufs Lokale und Historische des Ortes bezogenen Landschaftstheater unter Einbezug von Profis und Laien (Ballenberg, Napfgebiet, Willisau, Luzern, Stans, Lenzburg, Ruswil, Escholzmatt, Hergiswald, Burgrain). Zusammenarbeit hauptsächlich mit dem Schriftsteller und Dramatiker Hansjörg Schneider, auch mit Jürg Federspiel, Heinz Stalder, Sam Jaun, Al Imfeld oder Paul Steinmann.  Mehrmals enge Zusammenarbeit mit Otto Huber, zuletzt «3 Spieler» in Willisau, dort wie auch im Burgrain mit Hans Hassler. Ehrenbürger Hergiswil am Napf (1979), Kulturpreis Stadt Willisau (1998), Innerschweizer Kulturpreis 2000.

Otto Huber, Schauspieler und Sprecher Geboren in Basel, lebt in Biel, besuchte nach den Ausbildungen zum Primar- und Sekundarlehrer und einem Pädagogik-, Psychologie- und Germanistikstudium an der Universität Zürich die Schauspielakademie (heute: Hochschule der Künste) in Zürich, wo er als bester Schauspielabsolvent mit dem Emil-Oprecht-Preis ausgezeichnet wurde. Bei Yoshi Oida (CICT Peter Brook, Paris), Augusto Fernandes (Argentinien), Natalia Zwerewa (GITIS, Moskau), Geraldine Baron (Los Angeles), Augusto Boal (Brasilien) hat er sich weiter ausgebildet. Als Schauspieler war er an Theatern in Deutschland und in der Schweiz und in verschiedenen freien Produktionen engagiert. Zudem als Lehrer an verschiedenen Schauspielschulen im In-und Ausland tätig. Als freier Theaterschaffender führt er auch Regie, deren Arbeiten ihn in mehrere europäische Länder, nach Afrika (Congo, Madagascar) und Asien (Indien, Sri Lanka, Kirgisien) haben reisen lassen. Mit Louis Naef hat er über die Jahre mehrmals zusammengearbeitet.  

Hans Hassler, Musiker 1945 in Chur geboren und aufgewachsen. Mit sieben Jahren erste «Gehversuche» auf dem Akkordeon. Musikalische Wurzeln in der Volksmusik. Lehrdiplome für Klavier- und Klarinette an der Musikakademie Zürich. Kontrabassunterricht und Schulmusikstudium. Studien auf dem Einzelton-Akkordeon bei Mogens Ellegaard in Kopenhagen. War und ist auf verschiedensten musikalischen Gebieten tätig.  U.a. Musik für Inszenierungen von Louis Naef: «Puureoperette», UA Burgrain CH Agrarmuseum 2009, «3 Spieler», UA Willisau 2013

Monika Müller, Künstlerin 1969 in Hergiswil LU geboren. Lebt und arbeitet in Luzern. Sie studierte Kunst an der University of Utah, Salt Lake City, USA und Freie Kunst an der Hochschule Luzern – Design & Kunst. 2000 bis 2005 Assistentin für Bildnerisches Gestalten bei Peter Jenny an der ETH Zürich.  Mitbegründerin der Alpineum Produzentengalerie, Luzern.  Bis 2016 Mitglied im Vorstand der Kunstgesellschaft Luzern und in der Jury für den Kunst- und Kulturpreis der Stadt Luzern. 2005 Atelierstipendium in der Cité des Arts Paris, 2011 PfeiferMobil und 2016/2017 Atelierstipendium Chicago. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen Ausstellungen im In-und Ausland zu sehen, unter anderem im Kunstmuseum Luzern, bei der Gesellschaft Freunde Junger Kunst in Baden-Baden, in der Alpineum Produzentengalerie Luzern oder im Dienstgebäude Zürich.

Pius Schwegler, Recherche Geboren 1950 in Willisau-Stadt, heute Willisau. Vier Jahre Gymnasium in Einsiedeln. Matura 1970 in Einsiedeln. Studium an der Universität Freiburg (Schweiz). Abschluss als lic. iur. Arbeit auf dem Grundbuchamt Zug. Arbeit in der Flüchtlingshilfe der CARITAS Schweiz. Tätigkeit im Staatsarchiv Luzern, nachher bei der Universität Luzern. Heute Rentner 

Edith Meier, Produktionsleitung Als 2. Tochter von Franz und Hedwig Meier-Limacher 1955 in Reussbühl geboren, hatte ich zusammen mit meinen Schwestern eine behütete und glückliche Kindheit.  Unser Vater hat uns ab und zu Geschichten aus seiner Verdingbubenzeit erzählt, aber wir haben erst durch seine Aufzeichnungen das ganze Ausmass seiner Verletzungen aber auch was Liebe heilen kann, erfahren.  Ich bin gerührt und freue mich, dass seine Aufzeichnungen durch die szenische Lesung noch mehr Menschen erreichen.

Nadja Bürgi, Produktionsleitung Geboren 1974 in Baden AG, aufgewachsen in Baden AG und Lugano TI. Lebt und arbeitet seit der Jahrtausendwende in Luzern. Sie schloss 1992 die Lehre als Kauffrau, Bereich Wirtschaft, ab. Im 2000 absolvierte sie den gestalterischen Vorkurs an der Farbmühle in Luzern. Parallel zur Tätigkeit als Co-Betriebsleiterin im Bourbaki Kino/Bar/Bistro seit 2008, bestand sie den MAS-Studiengang Kulturmanagement im 2014. Seit 2002 ist sie freischaffende Künstlerin und seit 2016 selbständig erwerbend im Bereich Kultur. Sie kümmert sich hauptsächlich um Produktionsleitungen und erledigt das Büro für einige Kulturvereine.

Mariana Coviello, künstlerische Begleitung Geboren in Luzern, studierte in Baden und in Köln Bewegungspädagogik und Elementaren Tanz. Anschliessend absolvierte sie eine weitere Ausbildung in Choreografie und zeitgenössischem Bühnentanz. Sie bekam ein Stipendium in der Jennifer Muller Company in New York. Seit vielen Jahren ist sie freischaffende Tänzerin, Pädagogin und Choreografin. Tanztheater, Jugendmusicals und Theaterstücke gehören zu ihrem Repertoire. Sie spielte u.a. im Musical Kleiner Mann was nun am Luzerner Theater, in Cabaret auf Schweizer Tournee, Dance Makabre in Graz, Zaubernacht am Bernhardtheater Zürich.
Mariana Coviello unterrichtet seit einigen Jahren in der eigenen Tanz-Ballettschule 117 in Luzern, zudem arbeitet sie in vielen Theatern als Choreografin mit, etwa mit den Regisseuren Louis Naef, Ueli Blum, Reto Ambauen, Simon Ledermann, Dodó Deér, Hannes Leo Meier und Adrian Meyer.

Barbara Jäggi, szenische Objekte Metallplastikerin, Objekt, 1956 geboren und aufgewachsen in Madiswil, Ausbildung zur Textilentwerferin, einige Jahre Praxis. An der Schule für Gestaltung Luzern, Abteilung Freie Kunst, bildete sie sich zur Bildhauerin aus. Sie lebt und arbeitet in Luzern. Barbara Jäggi realisiert dreidimensionale Arbeiten im öffentlichen Raum, stellt in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen aus, verfolgt gemeinsame Projekte mit Musikern, so zum Beispiel am Schweizerischen Tonkünstlerfest in Zürich und mit dem Forum Neue Musik Luzern, sie wirkt als Gestalterin für Bühnenbilder und szenische Räume bei Theaterprojekten mit, u. a. mit den Regisseuren Louis Naef und Ueli Blum sowie für das Theater Luki*ju. 2002 gestaltete sie das Zirkusprogramm für den Circus Monti mit (Adi Meyer und Schang Meier Regie, Ben Jeger Musik, Bernadette Meier Kostüme). Sie erhielt den Erica-Ebinger für Atelieraufenthalte in Paris, Genua und Berlin Preis, den Anerkennungspreis der Stadt Luzern und Stipendien.

 

 

 

 
 

Alle Daten

  • 2018-10-18 20:30

Kalender

Veranstaltungen

07
Dez
Gigi Moto Blues/Soul/Pop Freitag, 07. Dezember 2018 / 20.30 Uhr, Gleis 5 Eintritt CHF 25 / 20 Gigi Moto und Jean-Pierre von Dach: Seit 25 Jahren verzaubern sie ihr Publikum auf der Bühne. Im
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01
Feb
Neneh Weltmusik Freitag, 01. Februar 2019 / 20.30 Uhr, Gleis 5 Eintritt CHF 25 / 20 Die Musik von der Komponistin und Sängerin NenehAlexandrovic und ihren vier Musikern schlägt eine Brücke von
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Mär
Alex Porter / Zaubernah Zauberer, Performer, Theatermacher Freitag, 08. März 2019 / 20.30 Uhr, Gleis 5 Eintritt CHF 25 / 20 In Zaubernah zeigt Alex Porter seine allerliebsten Tricks,
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Apr
Albin Brun Trio & Isa Wiss Neue Volksmusik Freitag, 05. April 2019 / 20.30 Uhr, Gleis 5 Eintritt CHF 25 / 20 Die Musik des Albin Brun Trios liegt irgendwo zwischen
57 52 5

13
Apr
Kulturschiene Jassturnier Samstag, 13. April 2019 im Gleis 5 ab 16.30 Uhr Teamanmeldung an: krisp@bluewin.ch